Unser Schulhaus in der Herrnstraße
Geschichte des Schulhauses an der Herrnstraße 21
Das Schulgebäude an der Herrnstraße wurde von Friedrich Löwel 1881 erbaut. Es ist eines der ältesten unzerstörten Schulhäuser Münchens und hat als solches eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Es überstand zwei Kriege, eine Revolution, hat zwei Könige überlebt, wurde mit Hakenkreuzfahnen drapiert und von Bomben weitgehend verschont. Nach der Währungsreform holten die Münchener im Gebäude der Schule an der Herrnstraße ihre ersten 40 Mark ab.
Prominente Münchener wie Karl Valentin, Rudolf Mooshammer und Konstantin Wecker haben hier die Volksschule besucht.
Am 02. Oktober 1882 wurde die Herrnschule als Schule für evangelische Kinder feierlich eröffnet, nach der Herzog-Wilhelm-Schule am Glockenbach, die zweite Schule für die stark anwachsende protestantische Bevölkerung in München. Seit 1969 war auch die Sonderschule ansässig, die sich im Laufe der Zeit aus der Hilfsschule in ein modernes Förder- und Kompetenzzentrum für Sprache, Verhalten und Lernen gewandelt hat.
An der Herrnstraße sind neben der Klassen 5 – 9 unserer Schule, dem Sonderpädagogischem Förderzentrum, auch die Grundschule an der Herrnstraße und ein Hort zuhause.
Das Sonderpädagogische Beratungszentrum, welches das erste seiner Art war, leistet Unterstützung für Lehrer, Erzieher, Eltern und Kinder in Fragen der schulischen Förderung und der Schullaufbahnberatung von Kindern mit Förderbedarf, es bietet Fortbildungen für Lehrkräfte bezüglich der Diagnostik und individueller Förderung im Regelschulbereich.
Unser Schulhaus in der Kirchenstraße
Geschichte des Schulhauses an der Kirchenstraße 13
Auf dem Gelände der Kirchenstraße wurde im Jahr 1813 in den Räumen des ehemaligen Hofmarkschlosses die sogenannte Schlossschule eröffnet. Die Bevölkerung Haidhausens nahm in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert rasend schnell zu, sodass die Räume bald völlig überbelegt waren. Durch einen großzügigen Neubau sollte die Raumnot ein Ende finden. Im Jahr 1876 wurde der Bau von August von Voit d. J. eingeweiht, aber auch dieses Gebäude war bald zu klein, denn 1881 gab es in Haidhausen bereits über 1800 Schulkinder.
In unmittelbarer Nähe wurde 1885 die Schule an der Wörthstraße errichtet. Aus dem ehemaligen Knabenasyl entstand 1890 in der heutigen Kirchenstraße 13 ein weiterer Gebäudetrakt der „Kirchenschule“. 1902 wurde in diesem Haus die Erste Hilfsschule Münchens untergebracht.
In den folgenden, vom Krieg geprägten Jahren wurden die Häuser nicht als Schulgebäude genutzt. Im ersten und zweiten Weltkrieg funktionierte man die Gebäude in Lazarette und Truppenunterkünfte um. Während der Räterepublik dienten beide Häuser als Gefängnisse bzw. Rückzugspunkte der Rotgardisten. Der schwer verletzte Graf Arco wurde nach dem Attentat auf Kurt Eisner dort inhaftiert, ebenso sein behandelnder Arzt Prof. Sauerbruch und der Maler Franz von Stuck.
Die Hilfsschule wurde ab 1935 bis 1961 von Rektor Erwin Lesch geführt. Im Zuge der Aufarbeitung der Zeit des Nationalsozialismus wurde bekannt, dass Lesch die Ideologie des NS-Regimes vertrat.
Ab 1941 wurden wegen der massiven Bombenschäden viele Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Kinderlandverschickung in ganz Bayern verteilt. Einige wurden im nahen Freising untergebracht und unterrichtet. Die beiden stark beschädigten Schulgebäude wurden nach dem Krieg aufwendig entkernt und modernisiert.
Im Jahr 1954 wurde die Schule mit einem feierlichen Festakt wieder eröffnet. Die Schulart war nun in die Sonderschule umbenannt worden. Eine Münchner Besonderheit bildeten die türkischen Sonderschulklassen, die es von 1981 bis 1993 gab.
Heute befinden sich auf dem Gelände unsere Schule, das Sonderpädagogische Förderzentrum München Mitte 2 mit 10 Klassen und einer Vorschule. Wir teilen uns den Schulcampus mit der Grundschule an der Kirchenstraße mit 13 Klassen, sowie einem Hort und einem Kindergarten.
Seit September 2015 wird der vom Architekten Volker Peterreit errichtete Neubau von den 6 Diagnose- und Förderklassen und der Schulvorbereitenden Einrichtung für den Vormittagsunterricht genutzt. Daneben erhalten in der Mensa über 120 Kinder aus den beiden Schulen ein Mittagessen nach dem Cook & Chill Prinzip der Stadt München.